III. Viadrina Compliance Congress

Gestern und heute fand der III. Compliance Congress der Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder statt. Die Veranstaltung stand unter der Überschrift „Compliance zwischen Staat und Wirtschaft“.

Schon der Anfang hat die Diskussion bereichert. Das – in absentia verlesene – Grußwort des Bundesjustizministers Heiko Maas erinnerte an die Rede vom 01.Dezember zum Weltkorruptionstag, der Teil Verbandsstrafrecht fehlte jedoch; war das beredtes Schweigen?

Die Veranstaltung gliederte sich in 5 Teile, Kartellrecht, Finanzinstitute, Aussenwirtschaft/Exportkontrolle,  Durchsuchungen und Strafgericht. Jedes Panel war mit hochrangigen Experten aus den Aufsichtsbehörden, der Staatsanwaltschaft und des Gerichts sowie Vertreten aus Unternehmen und Beratung besetzt und schloss mit einer kurzen Diskussion.

Das Für und Wider von Anreizen für die Schaffung eines CMS im Rahmen von Bußgeldverfahren wurde ebenso leidenschaftlich diskutiert wie die Frage, ob es überhaupt eine Kooperation zwischen internen Ermittlern und Staatsanwaltschaft geben kann bzw. darf und falls Ja, wie eine solche auszusehen hätte und wo ihre Grenzen liegen.

Der erste Tag endete mit einer kurzen Bootsfahrt auf der Oder und einem Abendessen, die Gelegenheit zu interessanten Gesprächen und Erfahrungsaustausch boten. Den internationalen Aspekt des Brückenbauens unterstrich der Umstand, dass gut ein Drittel der ca. 100 Teilnehmer aus Polen stammten, und die gesamte Veranstaltung simultan übersetzt wurde.

Fazit: Eine qualitativ sehr hochwertige Veranstaltung, die eine Reise wert war. Ich schliesse mich dem Organisator Prof. Makowicz an,  der die Veranstaltung zum Ende u.a. mit den Worten beschrieb, sie war inhaltsreich, sie war laut, sie war leise, sie war unterhaltsam ….und für die Themen viel zu kurz!